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Anreise/Anfahrt

Bilder der Person

Foto Albert Theodor Gustav Hache

Albert Theodor Hache

Geboren am 27.04.1835 in Fischenhausen
Gestorben am 11.01.1886 in Essen
Beruf(/-e):

Bürgermeister


Ehrenbürger: Nein

Vita

Albert Theodor Gustav Hache wurde am 27. April 1835 in Fischenhausen in Ostpreußen geboren. Nach Beendigung seiner Schulzeit begann er ein Studium der Rechtswissenschaften und setzte seine Ausbildung an verschiedenen Gerichten fort. Er schied aus dem Justizdienst aus, um am

30. August 1863 Bürgermeister in Angermünde zu werden. Zwei Jahre später, am 16. Januar 1865, wechselte er in das Bürgermeisteramt von Wolgast. Von dort bewarb er sich um die Bürgermeisterstelle in Essen und wurde am 15. Oktober 1865 in sein Essener Amt eingeführt.[1]

Unter Haches Vorgänger, Ernst Lindemann, hatte die Essener Verwaltung bereits die erste Periode ihrer Neugestaltung hinter sich. Die Einwohnerzahl hatte sich mit rund 42.000 Einwohnern mehr als verdoppelt und Lindemann hatte Anordnungen getroffen, die aufgrund der wachsenden Bedürfnisse des Gemeinwesens dringend notwendig waren. Während Haches Amtszeit wuchs die Stadt um weitere 25.000 Einwohner und folgende Einrichtungen wurden unter anderem auf seine Initiative geschaffen: Einrichtung eines Fuhrparks, Erweiterung des Wasserwerkes und der Gasanstalt, Neubau der Töchterschule, Anlegung des Stadtgartens, Bau des Vieh- und Schlachthofes, Bau einer Chaussee nach Gelsenkirchen, Errichtung einer Taubstummenanstalt, Bau des Landgerichts und Neubau des Rathauses, dessen Vollendung er nicht mehr erlebte. Unter seiner Führung entwickelte sich Essen „aus der Ackerbürgerlichkeit in eine Mittelstadt.“[2] Die wichtigste Handlung war jedoch die Herausnahme der Stadt aus dem Landkreis Essen. Durch Kabinettsbeschluss vom 3. Februar 1873 schied Essen aus dem Landkreis aus und bildete einen eigenen Stadtkreis. Am 11. Juli 1873 wurde Gustav Hache deshalb durch königliche Kabinettsorder als erstem Bürgermeister von Essen der Titel „Oberbürgermeister“ verliehen. Die Genehmigung zum Anlegen der goldenen Amtskette bei besonderen Gelegenheiten wurde ihm am 27. März 1875 erteilt. Die Stadt Essen hatte nun das Recht zur Präsentation eines Mitgliedes für das Preußische Herrenhaus.[3]

Gustav Hache starb durch einen Hirnschlag am 11. Januar 1886 um 20.00 Uhr in seinem Amtszimmer, eine halbe Stunde nach Einführung des Beigeordneten Haumann[4]. Der plötzliche Tod des „Vaters der Stadt Essen“, wie ihn Pfarrer Wächtler in seiner Rede während der Erinnerungsfeier bezeichnete, erschütterte die Stadt bis ins Mark. Wächtler bezeichnete den Verlust: „ (...) als ob die Krone vom Haupte Essens gefallen“ sei. In zahlreichen Anzeigen bekundeten offizielle Stellen und Vereine ihre Anteilnahme. Beigeordnete, Stadtverordnete und Gemeindebeamte versprachen in Nachrufen, den Namen Gustav Haches in hohen Ehren zu halten. In ausführlichen Würdigungen wurde auf sein Wirken zum Wohle der Stadt hingewiesen. Gustav Hache wurde unter großer Anteilnahme der Essener Bevölkerung zu Grabe getragen. Sein Grabstein aus Muschelkalk erhielt die Inschrift „Dem Oberbürgermeister Hache die dankbare Stadt“; auf dem oberen Teil des Steins befindet sich das Stadtwappen. Nach der Einebnung des Friedhofes vor dem Kettwiger Tor erhielt er ein Ehrengrab auf dem Ostfriedhof.[5]

Die unermüdliche Energie, mit der Gustav Hache für die Belange der Stadt und seiner Bürger eintrat und das Ziel, das er sich gesteckt hatte, nämlich die Stadt Essen zum Wohle der gesamten Bevölkerung voranzubringen, sind der Grund gewesen, ihn in diese Liste der bekannten Persönlichkeiten Essens aufzunehmen.

Die Stadt benannte 1898 eine Straße nach Gustav Hache, als diese 1934 in die Lessingstraße einbezogen wurde, erhielt die ehemals Märkische Straße die Bezeichnung Hachestraße.[6]

Fußnoten:

[1] Erwin Dickhoff, Essener Bürgermeister im 19. Jahrhundert, in: Die Heimatstadt Essen, 1980/81, S. 103.

[2] Stadt ehrte zwei Oberbürgermeister, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 18. März 1960.

[3] Erwin Dickhoff, Essener Bürgermeister im 19. Jahrhundert, in: Die Heimatstadt Essen, 1980/81, S. 104.

[4] Ernst Schröder, Essener Persönlichkeiten, Neustadt/Aisch, 1986, S. 15.

[5] Erwin Dickhoff, Essener Bürgermeister im 19. Jahrhundert, in: Die Heimatstadt Essen, 1980/81, S. 103.

[6] Ebenda

Literatur

• Festfeier zur Einführung des neuen Bürgermeisters Gustav Hache, in: Essener Zeitung vom 15. Oktober 1868

• Festsetzung der Bedingungen für die Neubesetzung der Bürgermeisterstelle und die Wahl des Bürgermeisters vom 15. Oktober 1880 bis dahin 1892, in: Essener Volkszeitung vom 22. Februar 1880

• Erwin Dickhoff, Essener Straßen. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Essen 1979

• Erwin Dickhoff, Essener Bürgermeister im 19. Jahrhundert, in: Die Heimatstadt Essen, Essen 1980/81, S. 97 - 105

• Erwin Dickhoff, Essener Köpfe. Wer war was?, Essen 1985

• Ernst Schröder, Essener Persönlichkeiten. Biographische Aufsätze zur Essener Verwaltungs- und Kulturgeschichte, Neustadt/Aisch 1986

• Die Einführung des Herrn Bürgermeisters Gustav Hache, in: Essener Zeitung vom 17. Oktober 1868

• Gustav Hache, Wiederwahl zum Oberbürgermeister, in: Essener Zeitung vom 21. Februar 1880

• Gustav Hache, 1835 - 1886, Bürgermeister und Oberbürgermeister von Essen 1868 bis 1886, in: Essener Volks-Zeitung vom 12. Januar 1886

• Gustav Hache, Oberbürgermeister von Essen †, in: Rheinisch-Westfälische Zeitung vom 15. 1. 1886

• Erinnerungsfeier am Grabe des Oberbürgermeisters Gustav Hache, in: Rheinisch-Westfälische Zeitung vom 26. Juli 1887

• Gedenksteine für zwei Oberbürgermeister: Gustav Hache und Erich Zweigert, in: Westdeutsche Allgemeine vom 18. März 1960

• Cordula Holtermann, Statistiken und Tabellen zur Essener Geschichte, in: Essen. Geschichte einer Stadt, Bottrop und Essen 2002, S. 556 - 579

Grab

Ehrengrab: Nein
Friedhof: Ostfriedhof