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Anreise/Anfahrt

Bilder der Person

Foto Hans Niemeyer

Hans Niemeyer

Geboren am 09.07.1834 in Magdeburg
Gestorben am 17.12.1917 in Essen
Beruf(/-e):

Jurist


Ehrenbürger: Nein

Vita

Hans Niemeyer wurde am 9. Juli 1834 in Magdeburg als Sohn des Arztes Carl Eduard Niemeyer geboren. Er hatte einen Bruder, Paul Niemeyer. Hans Niemeyer war zweimal verheiratet, die Kinder aus seiner ersten Ehe mit Hildegard im Jahre 1856 sind Theodor, Kurt, Berthold und Victor. Aus seiner zweiten Ehe mit Marie im Jahre 1866 entstammten Adelbert, Hildegard und Marga Niemeyer.[1]

Die Familie Niemeyer hat Verwandtschaften zu vielen bedeutenden Personen in Deutschland, z.B. sind sie entfernt verwandt mit der Familie Krupp.[2] Das (Ehren-)Grabmal der Familie befindet sich auf dem Südwestfriedhof in Essen.

Hans Niemeyer besuchte das Gymnasium in Erlangen und erwarb dort sein Abitur 1851. Darauffolgend war er für ein Jahr zu literarischen Privatstudien in Bayreuth. Dann nahm er ein rechtwissenschaftliches Studium in Erlangen, München, Berlin und Halle auf. 1856 war er Auskultator in Greifswald. Zwei Jahre später war er Referendar in Duisburg, danach in Hamm. Im Jahre 1862 bekam er das Assessorexamen und wurde später Hilfsrichter am Appellationsgericht Hamm. Ab 1865 war er, bis zu dem Umzug der Familie im Frühjahr 1876 nach Essen, Rechtsanwalt und Notar in Warburg.[3]

Er war nicht nur ein bekannter Anwalt in Essen, er setzte sich zudem noch tatkräftig für künstlerische Bestrebungen in Essen ein, etwa als Musikmäzen.[4] Sein kulturelles Wirken in der Öffentlichkeit hatte den Höhepunkt durch das von ihm in die Wege geleitete Volksfest zum 150. Geburtstag Friedrich Schillers, im Jahre 1909. Außerdem verdankt der Jahrhundertbrunnen am Steeler Tor, der seit dem 3. August 1903 dort steht, seine Erbauung dem Einsatz Hans Niemeyers. Dieser Brunnen ist ein Erinnerungssymbol für die Vereinigung 1803 von Stift und Stadt Essens mit dem Königreich Preußen. Der Spruch Rüstig zur Arbeit, froh in der Rast, der sich auf dem Brunnen befindet, stammt von Niemeyer.[5]

Am 17. Dezember 1917 starb Hans Niemeyer in Essen. Bei seinem Ableben schrieb die Essener Volks-Zeitung: „Mit Justizrat Niemeyers ist die bekannteste Persönlichkeit der zunftliebenden Essener Gemeinde dahingegangen. Er war jahrzehntelang der Mittelpunkt der Schöngeistigen und künstlerischen Bestrebungen in Essen.“[6] Die Essener Volkszeitung veröffentlichte am 8. Juli 1934 den würdigenden Artikel Erinnerungen an einen verdienstvollen Essener - Vor 100 Jahren wurde der „alte“ Justizrat Hans Niemeyer geboren

Die 1960 von der Neuen Ruhr Zeitung publizierten Serie Damals in Essen – Der Familie Niemeyer segensreiches Wirken. Damit sollten die Verdienste, besonders die von Hans Niemeyer und seines Sohnes Victor, welcher „in die Fußstapfen seines Vaters trat“, gewürdigt und in Erinnerung behalten werden. Außerdem widmete Max Fiedler Niemeyer ein Gedenken mit der Aufführung des Deutschen Requiems von Johannes Brahm. Es sollte ihm ein Gedenkbrunnen gewidmet werden, jedoch kam es durch die Inflation nicht dazu. Es gibt in Essen eine Hans-Niemeyer-Straße, in der Nähe der Wittenbergstraße. Niemeyer trug durch seine Bemühungen und Anregungen viel zum kulturellen Leben der Stadt Essen bei, während „weder bei der öffentlichen Hand noch in den Kreisen der Wohlhabenden Sinn und Geld für Kunst zu finden waren“.[7]

Das Grabmal ist ein Ehrengrab. Leider ist die Schrift auf dem Grabstein nicht mehr in einem einwandfreien Zustand, es fehlen Buchstaben.

Fußnoten:

[1] Stammtafeln des Niemeyerschen Geschlechts, zusammengestellt von Franz Anton Niemeyer, neu bearbeitet von Kurt Niemeyer, 4. Auflage, Halle (Saale) 1915.

[2] Schmidt, Heinrich: Damals in Essen: aus Frau Marga Schoenherrs Erinnerungen. Sonderserie, In: Neue Ruhr-Zeitung, 1960, S.12ff.

[3] Dickhoff, Erwin: Essener Köpfe. Wer war was? Essen 1985, S. 175.

[4] Ebenda, S. 175.

[5] Schmidt, Damals in Essen, S.12ff.

[6] Erinnerungen an einen verdienstvollen Essener. Vor 100 Jahren wurde der „alte“ Justizrat Hans Niemeyer geboren. In: Essener Volks-Zeitung, 8. Juli 1934.

[7] Erinnerungen an einen verdienstvollen Essener. Vor 100 Jahren wurde der „alte“ Justizrat Hans Niemeyer geboren. In: Essener Volks-Zeitung, 8. Juli 1934.

Literatur

• Erinnerungen an einen verdienstvollen Essener. Vor 100 Jahren wurde der „alte“ Justizrat Hans Niemeyer geboren. In: Essener Volks-Zeitung, 8. Juli 1934

• Schmidt, Heinrich: Damals in Essen: aus Frau Marga Schoenherrs Erinnerungen. Sonderserie. In: Neue Ruhr-Zeitung, 1960

• Dickhoff, Erwin: Essener Köpfe. Wer war was? Essen 1985

• Stammtafeln des Niemeyerschen Geschlechts, zusammengestellt von Franz Anton Niemeyer, neu bearbeitet von Kurt Niemeyer, 4. Auflage, Halle (Saale) 1915

Grab

Ehrengrab: Nein
Friedhof: Südwestfriedhof