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Anreise/Anfahrt

Bilder der Person

Foto Wilhelm Girardet II.

Wilhelm II. Girardet

Geboren am 15.11.1874 in Essen
Gestorben am 16.06.1953 in Essen
Beruf(/-e):

Druckereibesitzer, Verleger


Ehrenbürger: Nein

Vita

Wilhelm II. Girardet wurde am 15. November 1874 als ältester Sohn des Druckereibesitzers und Kommerzienrats Wilhelm Girardet geboren. Dieser hatte im Jahr 1865 die „Graphischen Betriebe W. Girardet“ gegründet. Nach dem Besuch des Realgymnasiums, das er mit der Obersekundareife abschloss, verfolgte Wilhelm die sprachliche und fachliche Weiterbildung in Edinburgh, Lausanne und Zürich mit dem Ziel in die väterliche Gesellschaft einzusteigen. Von 1899 bis 1906 leitete er die Niederlassung des Verlages W. Girardet in Zürich. Er kehrte 1906 nach Essen zurück und übernahm mit 32 Jahren nach dem Ausscheiden des Vaters die Leitung des Familienbetriebs und wurde ebenfalls persönlich haftender Gesellschafter.[1]

Durch Wilhelms Initiative übernahm die Druckerei als eine der ersten den Kupfertiefdruck und später den Mehrfarben-Kupfertiefdruck, sodass das Unternehmen technologisch mit der Zeit ging.[2] Er sicherte den Fortbestand des Verlages während des Ersten Weltkrieges, der schwierigen 1920ern Jahre mit Inflation und beginnender Weltwirtschaftskrise und überstand die Gleichschaltung der Presse durch die Nationalsozialisten und den Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges. Man druckte Reichsbanknoten während der Inflationszeit, Kalender und Kochrezepte im Krieg, dann Lebensmittelkarten und während des Wiederaufbaus und Wirtschaftswunders technische Bücher und Zeitschriften. Des Weiteren trieb Wilhelm nach 1945 den Ausbau des Fachbuchverlages voran. Er zog sich 1945 aus dem aktiven Geschäft zurück. Das Unternehmen beschäftige zur Zeit seines Todes im Jahr 1953 1400 Mitarbeiter und florierte bis in die 1970er Jahre hinein unter der Leitung seines Sohnes Wilhelm III.

Beim 100jährigen Bestehen des Unternehmens 1965 hatte es 2700 Mitarbeiter und war eine der bedeutendsten Druckereien in der Bundesrepublik. Die Gers- widestraße, in der das Stammhaus (das heutige Girardet-Haus) lag, wurde zum Jubiläum in Girardetstraße umbenannt. In den Folgejahren ging es jedoch geschäftlich bergab, man verlor Großaufträge und damit Einnahmen, die 1988 den Konkurs bedeuteten. Kurz zuvor hatte man trotz der genannten Schwierigkeiten noch einen internationalen Qualitätspreis im Bereich Werbung erhalten.[3]

Wilhelm II. Girardet war außerdem bis 1933 Handelsrichter am Landgericht Essen. Ihm wurde das später Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Nachruf zu seinem Tod am 16. Juni 1953 heisst es, „das Erbe, das Wilhelm Girardet von seinem Vater übernahm, verwaltete er mit größter Umsicht.“[4]

Auf dem Südwestfriedhof liegt neben Wilhelm II. auch sein Sohn Herbert.

Fußnoten:

[1] Vgl. Girardet, Wilhelm. In: Dickhoff, Erwin (Hg.): Essener Köpfe. Essen 1986, S. 72.

[2] Vgl. Vom Papierlädchen zum Druckerei-Großbetrieb. In: Essener Woche 1965 (verfügbar im Stadtarchiv Essen) 15, II.

[3] Vgl. Das Giradet Haus

[4] Wilhelm Girardet †. In: Essener Woche (verfügbar im Stadtarchiv Essen) 3, Nr. 1-25/1953.

Literatur

• Vom Papierlädchen zum Druckerei-Großbetrieb. In: Essener Woche 1965 (verfügbar im Stadtarchiv Essen) 15, II.

• Wilhelm Girardet †. In: Essener Woche (verfügbar im Stadtarchiv Essen) 3, Nr. 1-25/1953.

• Girardet, Wilhelm. In: Dickhoff, Erwin (Hg.): Essener Köpfe. Essen 1986.

• Bauert-Keetman, Ingrid: Girardet. 1865-1965. Unter Mitarbeit von Hermann Schardt Karl Mews. Essen 1965.

• Pudor, Fritz: Wilhelm Girardet. In: Lebensbilder aus dem Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet 1954, Düsseldorf 1957, S. 53 f.

Internetquellen

Das Giradet Haus

Grab

Ehrengrab: Nein
Friedhof: Südwestfriedhof