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Anreise/Anfahrt

Bilder der Person

Foto Johann Heinrich Peter Beising

Johann Heinrich Beising

Geboren am 10.10.1805 in Elberfeld
Gestorben am 17.08.1896 in Essen
Beruf(/-e):

Pfarrer, Kreisschulinspektor, Dr. phil. (1829)


Ehrenbürger: Nein

Vita

Johann Heinrich Peter Beising wurde am 10. Oktober 1805 in Elberfeld geboren. Er besuchte dort die Elementarschule und die Lateinschule und ging anschließend an das Gymnasium in Köln, wo er 1825 die Reifeprüfung ablegte. An der Universität Bonn studierte er Philosophie und Theologie, von 1827 bis 1828 wechselte er nach Tübingen, wo er sein Studium der Theologie abschloss. Das anschließende Jahr verbrachte er mit wissenschaftlichen Arbeiten in Elberfeld und erwarb 1829 an der Universität Gießen den philosophischen Doktorgrad mit seiner Dissertation „Die Bildung des Menschen ist allenthalben durch Raum- und Zeitverhältnisse bedingt“.[1]

Nach dem Eintritt in das Priesterseminar zu Köln, wurde er dort am 14. April 1830 zum Priester geweiht, 1832 erfolgte in Wermelskirchen seine Ernennung zum Pfarrer. Nach 16-jähriger Tätigkeit dort, wurde ihm am 1. März 1847 die Pfarrei St. Gertrud in Essen übertragen, für die er sich am 14. Dezember 1846 beworben hatte. Joseph Weier: „Es ist die Annahme berechtigt, dass Peter Beising nach 15-jähriger Tätigkeit in einer Kleinstadt am Rande des Bergischen Landes einen größeren Wirkungskreis anstrebte.“[2]

Die Stadt Essen befand sich zu der Zeit in einem Wachstumsprozess von einmaligem Ausmaß, 1812 eröffnete Friedrich Krupp seine Gusstahlfabrik und auch der Bergbau expandierte. Essen entwickelte sich von einer Kleinstadt zur Industriestadt. Die Einwohnerzahl stieg von 7.119 im Jahr 1843 auf 17.165 im Jahr 1858 und betrug 1875 bereits 55.045.[3]

Unter großem persönlichen Einsatz und mit viel Verhandlungsgeschick setzte Beising den Bau der Gertrudiskirche am Viehofer Platz durch, mit der Johannes- und der Herz-Jesu-Kirche in Altenessen und der Marienkirche im Segeroth folgten auf sein Betreiben weitere Kirchenbauten.[4]

Beisings Fürsorge galt von jeher den Armen und Notleidenden, so gehörte er nahezu 50 Jahre lang der Armendeputation an. Von 1862 – 1874 war er Kreisschulinspektor für die Volksschulen des Stadt- und Landkreises Essen. Auch das Franz Sales Haus in Essen Huttrop ist unter anderem Beising zu verdanken. 1884 wurde der Verein zur Erziehung und Pflege katholischer Schwachsinniger Kinder in der Rheinprovinz gegründet. Bis zu seinem Tode gehörte Beising dem Vorstand des Vereins an. 1892 wurde in Huttrop das bis heute bestehende Franz Sales Haus eröffnet.

Vom preußischen König wurde Beising mehrfach ausgezeichnet. Zum 25-jährigen Ortsjubiläum 1872 erhielt er den Roten Adlerorden IV. Klasse, zum Goldenen Priesterjubiläum 1880 den Königlichen Kronenorden III. Klasse und zum Diamantenen Priesterjubiläum 1890 den Roten Adlerorden

III. Klasse mit Schleife.[5] Zur Vollendung des 90. Lebensjahres ernannte Papst Leo XIII. ihn zu seinem Ehrenkaplan mit dem Titel „Monsignore“. Zum gleichen Anlass beschloss die Stadtverordneten-Versammlung ihm das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Er ist damit der einzige katholische Priester, dem diese Ehre zuteilwurde und dritter Ehrenbürger der Stadt. Vor ihm waren bereits Otto von Bismarck und Dr. Friedrich Hammacher mit dieser Auszeichnung bedacht worden.[6]

Peter Beising starb am 17. August 1896 nach nur viertägigem Krankenlager. Er wurde unter großer Anteilnahme der Essener Bevölkerung am 20. August 1896 auf dem Friedhof vor dem Kettwiger Tor beigesetzt. An dem Trauergottesdienst nahmen unter anderem Geheimrat Krupp, Oberbürgermeister Zweigert, die Beigeordneten der Stadt sowie Abordnungen städtischer Behörden teil. Vertreter des evangelischen Presbyteriums sowie die Synagogengemeinde waren ebenfalls anwesend, auch der Regierungspräsident in Düsseldorf hatte einen Vertreter entsandt. Durch die Innenstadt bewegte sich ein langer Trauerzug, in den Straßen wehten schwarze Fahnen und die brennenden Straßenlaternen trugen Trauerflor; ganz Essen nahm Anteil. Durch seinen unaufhörlichen Einsatz für alle Menschen genoss Peter Beising über seinen Pfarrbezirk hinaus hohes Ansehen. Nach ihm wurden die Beisingstraße, die Peterstraße, die Beising-Schule und das Peter-Beising-Haus, in welchem der Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden in der Stadt seinen Sitz hat, benannt.

Peter Beising fand Aufnahme in diese Liste der berühmten Persönlichkeiten der Stadt Essen, weil er durch sein bis ins hohe Alter unermüdliches Wirken für die Menschen in der Stadt ein hohes Ansehen bei der gesamten Bevölkerung hatte.

Nach der Einebnung des Friedhofes vor dem Kettwiger Tor, wurden seine Gebeine in die Priestergruft auf dem Ostfriedhof umgebettet.[7]Sein Grab ist heute mit einer schlichten Namenstafel aus hellgrauem Stein gekennzeichnet.

Fußnoten:

[1] Joseph Weier, Peter Beising (1805 – 1896) 49 Jahre Pfarrer an St. Gertrud in Essen (1847 – 1896) in: Münster am Hellweg, Heft 1, 1984, S. 23 – 33, S. 23.

[2] Ebenda, S. 24.

[3] Ebenda, S. 25.

[4] Ebenda, S. 28.

[5] Ebenda, S. 30.

[6] Ebenda, S. 31.

[7] Joseph Weier, Peter Beising (1805 – 1896) 49 Jahre Pfarrer an St. Gertrud in Essen (1847 – 1896) in: Münster am Hellweg, Heft 1, 1984, S. 23 – 33, S. 32.

Literatur

• Jubiläumsfeier für Dr. Peter Beising, für sein 25 jähriges Wirken in der Gertrudisgemeinde, in: Essener Zeitung vom 12. und 16. März 1872

• Festfeier des 25 jährigen Pfarramtsjubiläums des Herrn Pfarrer Dr. Peter Beising, in: Essener Volks-Zeitung vom 25. Februar und 12., 15., 16. März 1872

• Jubilarfeier für Pfarrer Dr. Beising in Altenessen, in: Essener Volks-Zeitung vom 27. April und 1. Mai 1872

• Feier des 50 jährigen Priester-Jubiläums des Herrn Pfarrers Dr. Peter Beising, in: Essener Volks-Zeitung vom 4., 15. und 17. April 1880

• Fackelzug zu Ehren von Pfarrer Dr. Peter Beising anläßlich seines 50jährigen Priesterjubiläums, in: Essener Zeitung vom 14. April 1880

• Die Feier des 50 jährigen Priesterjubiläums des Herrn Pfarrers Dr. Peter Beising, in: Essener Zeitung vom 15. April 1880

• Diamantenes Priesterjubiläum, in: Essener Volks-Zeitung vom 12., 14., 15., 16., 17., 18., 22. und 23. April 1890

• Zu Ehren des diamantenen Priesterjubiläums von Dr. Peter Beising, in: Rheinisch-Westfälische Zeitung vom 14. und 21. April 1890

• Dr. Peter Beising, katholischer Pfarrer, 90 Jahre alt, in: Essener Volks-Zeitung vom 10., 11., 12. und 15. Oktober 1895

• Gedenkblatt an den hochwürdigen Herrn Jubilarpriester Dr. Peter Beising, Pfarrer der St. Gertrudis-Gemeinde zu Essen, 1847 – 1898, Essen 1896

• 30. Todestag des Msgr. Dr. Beising, in: Essener Volks-Zeitung vom 29. August 1926

• Anzeigen zum Tode von Monsignore Dr. Peter Beising, in: Rheinisch-Westfälische Zeitung vom 17. und 18. August 1896

• Friedrich Meisenburg, Pfarrer Monsignore Dr. Peter Beising. Ehrenbürger der Stadt Essen im Jahre 1895, in: Heimatkalender der Stadt Essen, Essen 1939, S. 90 - 91

• Pfarrer Dr. Peter Beising, erster Kreis und Lokalschulinspektor unserer Schule, in: Erinnerungsschrift zur Hundertjahrfeier der Katholischen Kirchschule Essen-Altenessen, Essen 1962, S. 26

• Erwin Dickhoff, Familien, Bürger und Personen im Spiegel Essener Straßennamen, Dokumentenreihe der Stadt Essen, Essen 1968

• Joseph Weier, Peter Beising – 49 Jahre Pfarrer an St. Gertrud in Essen (1847 – 1896). – In: Münster am Hellweg 37, 1984, S. 29 – 35

• Erwin Dickhoff, Essener Straßen. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Essen 1979

• Erwin Dickhoff, Essener Köpfe. Wer war was?, Essen 1985

• Joseph Weier, Peter Beising (1805 – 1896), 49 Jahre Pfarrer an St. Gertrud in Essen (1847 – 1896), in: Christen an der Ruhr, Bd. 2, hrsg. von Alfred Pothmann, Bottrop 2002, S. 23 - 33

Grab

Ehrengrab: Nein
Friedhof: Ostfriedhof