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Anreise/Anfahrt

Bilder der Person

Foto Bertha Krupp

Bertha Krupp von Bohlen und Halbach

Geboren am 29.03.1886 in Essen
Gestorben am 21.09.1957 in Essen
Beruf(/-e):

Unternehmerin


Ehrenbürger: Nein

Vita

Bertha Krupp wurde am 29. März 1886 in Essen als älteste Tochter von Friedrich Alfred Krupp und seiner Frau Margarethe Krupp, geb. von Freiin von Ende, geboren.

Mit ihrer Schwester Barbara zusammen bekam Bertha in der Villa Hügel Privatunterricht. Später besuchten die Schwestern eine Haushaltungsschule in Baden-Baden. Nach dem frühen Tod ihres Vaters Friedrich Alfred Krupp 1902, wurde Bertha Krupp mit 16 Jahren Alleinerbin des Krupp'schen Unternehmens und damit auch die reichste Erbin Europas. Da sie jedoch noch zu jung war, um die Firma zu leiten, übernahm ihre Mutter Margarethe Krupp zunächst die Verantwortung. Das Unternehmen wird in die Aktiengesellschaft „Friedrich-Alfred-Krupp AG“ überführt.

Am 07. Mai 1906 heiratete Bertha Krupp Gustav von Bohlen und Halbach, den Sohn eines deutschen Diplomaten. Gustav von Bohlen und Halbach bekam durch die Hochzeit mit Bertha Krupp aufgrund einer kaiserlichen Genehmigung das Recht, den Namen „Krupp“ seinem eigenen Familiennamen voranzustellen. Wegen ihrer Verbindung erhielten Bertha, sowie ihre Schwester Barbara, die sich im selben Zeitraum verlobte, den „Großherrlichen Türkischen Chefakat-Orden zweiter Klasse“ vom türkischen Sultan verliehen: „es kommt nicht alle Tage vor, daß junge Damen sich mit Orden schmücken dürfen, und sicher nicht alle Tage, daß ihnen der Sultan solche verleiht. […] Fräulein Bertha und Barbara Krupp haben den „Großherrlichen Türkischen Chefakatorden zweiter Klasse“ erhalten, wie im „Reichsanzeiger“ zu lesen steht. Der Sultan hat ihnen den Orden zum Verlobungsgeschenk gemacht“[1]

Nun war Bertha Krupps Ehemann Gustav von Bohlen und Halbach als Leiter des Krupp-Unternehmens tätig. Bertha Krupp stand im Hintergrund des Unternehmens, da es zu der Zeit für eine Frau nicht üblich war, die Geschäfte einer solchen Firma zu führen. Dennoch wurde sie zu wichtigen Entscheidungen bei geschäftlichen Angelegenheiten hinzugezogen und wurde täglich über die wichtigsten Ereignisse in der Firma informiert.

Bertha Krupp von Bohlen und Halbach widmete sich, neben den geschäftlichen Tätigkeiten, ihrer Familie und der Erziehung ihrer acht Kinder (Alfried (1907–67), Arnold (1908-1909), Claus (1910–1940), Irmgard (1912–1998), Berthold (1913–1987), Harald (1916–1985), Waldtraut (1920–2005) und Eckbert (1922–1945)). Gleichzeitig übernahm sie auch die Verwaltung der Villa Hügel und bewirtete viele Gäste, u. A. Kaiser Wilhelm II., der oft die Familie Krupp in Essen besuchte. Am 20. November 1936 ernannte die Stadt Essen Bertha Krupp von Bohlen und Halbach zur Ehrenbürgerin. Außerdem bekam sie den Ehrentitel der Gemeinde Werfen in Österreich.

Da die wirtschaftliche Lage in Europa sich nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Krise entwickelte, stand Bertha Krupp nun ihrem Ehemann stets zur Seite und traf wichtige Entscheidungen, wenn es um das Unternehmen ging. Sie blieb Inhaberin aller Aktien der Krupp AG bis das Unternehmen 1943 durch das Reichsgesetz „Lex Krupp“[2] wieder in ein Einzelunternehmen umgewandelt wurde und Berthas ältester Sohn Alfried Krupp von Bohlen und Halbach zum Allein- inhaber gemacht wurde.

Nachdem ihr Ehemann Gustav erkrankte, zog sie mit ihm auf das Schloss Blühnbach in der Nähe von Salzburg. Dort pflegte sie ihren Mann, der von Schlaganfällen und Demenz gezeichnet war. Gustav von Bohlen und Halbach starb im Jahre 1950. Ein Jahr später zog Bertha wieder zurück nach Essen in die Villa Hügel. In den letzten Jahren ihres Lebens kümmerte sie sich um das Krupp’sche Erbe und engagierte sich sozial, indem sie sich zum Beispiel um das Wohl der älteren Mieter der Werkswohnungen sorgte. Zudem öffnete sie die Villa Hügel für die Öffentlichkeit, um den Menschen einen Einblick in die Geschichte der Familie zu gewähren.

Im Alter von 71 Jahren starb Bertha Krupp am 21. September 1957. Die Trauerfeier fand am 25. September 1957 im engsten Kreis von Familie und Freunden in der Villa Hügel statt. Es wurde mit einem Orchester und einem Orgelkonzert Abschied von ihr genommen und sie wurde neben ihren Ehemann auf dem Friedhof der Familie Krupp in Bredeney beigesetzt. Während der Sarg von der Villa Hügel zum Friedhof Bredeney transportiert wurde, füllten sich die Straßen mit tausenden von Menschen, die ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen wollten.

Bis heute befindet sich im Essener Stadtteil Frohnhausen die Bertha-Krupp-Realschule, dessen Grundstück im Jahr 1927 von der Familie Krupp für die damalige Mädchenrealschule zur Verfügung gestellt wurde.

Fußnoten:

[1] Historisches Archiv Krupp, FAH 4F 14: „Eisenacher Tagespost“ Nr. 227, 28.09.1906

[2] war ein von Adolf Hitler am 12. November 1943 erlassenes Reichsgesetz, das die Friedrich Krupp AG von einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft mit besonders geregelter Nachfolge umwandelte.

Literatur

• Stenglein, Frank: Krupp- Höhen und Tiefen eines Industrieunternehmens, München/Düsseldorf 1998

• Calogeras, Roy: Die Krupp-Dynastie, Kapitel 6: Bertha Krupp & Gemahl Gustav, Wien 1989

• Friz, Diana Maria: Bertha und ihre Kinder – Das Leben meiner Großmutter: Alleinerbin eines Imperiums, München 2012

• Rünker, Thomas: Die starken Frauen, 200 Jahre Krupp. Sonderveröffentlichung der ThyssenKrupp AG in Zusammenarbeit mit der WAZ Mediengruppe

• Historisches Archiv Krupp

Internetquellen

Deutsches Historisches Museum

Grab

Ehrengrab: Nein
Friedhof: Friedhof Bredeney